„Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut“ – 9. Pierre Pflimlin Symposium im Brenners Park-Hotel & Spa

Seit Jahren werden SchülerInnen des Pädas im Laufe des Schuljahrs von Nadja Milke, Redakteurin bei goognews4.de, per Videoaufnahme über das jeweilige Thema des Pierre Pflimlin- Symposiums vorab befragt.

Auch dieses Jahr stellten sich einige SchülerInnen der Ethikkurse der Jahrgangsstufen hierfür zur Verfügung und boten den Rednern Anlässe, Zitate aufzugreifen und in ihren Reden zu integrieren. Vorbereitungen für das Pierre Pflimlin SymposiumThema der Veranstaltung war 2016 der Begriff der „Liberté“ als Abschluss der drei Schlagworte der Französischen Revolution, nachdem „Fraternité“ 2014 und „Egalité“ 2015 im Zentrum der Zeremonie standen.

Bei der Begrüßung durch Christian Frietsch, Herausgeber der Online- Tageszeitung goodnews4baden-baden.de, kam direkt die Sprache auf Pierre Pflimlin, u.a. Präsident des Europäischen Parlaments in Straßburg. Dieser benannte folglich in einem seiner Interviews mit Christian Frietsch, dass früher der Kommunismus, heute der Islamismus die Bedrohung der Freiheit darstellen würde. Diesen Gedanken schloss sich anschließend auch der Gastgeber Frank Marrenbach, CEO der Oetker Hotel Management Company und Geschäftsführender Direktor Brenners Park-Hotel & Spa, an. In einer Collage mehrerer Zitate stellte er weiterhin die Definition der Freiheit dar und bezog dies auch auf die Tätigkeit der Oetker Company, welche bei der Eröffnung mehrerer Filialen ihre christlichen Grundwerte auf ein breiteres, ethisches Fundament stellen musste, ohne ihre eigentliche Tradition zu verlieren.

Im Zentrum stand die Laudatio von Professor Peter Steinbach, Historiker und Politikwissenschaftler, welcher die Arbeit des Journalisten und Autors, Alfred Grosser, würdigte. „Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut“, besagte Steinbach, der Grosser als Lehrmeister des Bürgertums in Bezug auf Urteilsbildung und Eigenständigkeit lobte.

Im Sinne der Freiheit argumentierte Grosser, dass man als Bürger alles in Frage stellen und nicht nur seine Interessen vertreten solle. Vielmehr müsse es Bürger und nicht weiter nur Ärzte, Anwälte, LKW-Fahrer und Lehrer geben. Daraus resultiert, dass man nicht für sich selbst, sondern für alle handeln müsste, die unterdrückt werden. Das Fazit, dass man Verantwortung für andere trage, belegte er mithilfe vieler Beispiele der deutsch-französischen Geschichte, welche alle eine Lehre gemeinsam hatten, die man sich als Frage immer stellen müsse: „Wie kann man befreien, ohne zu befremden“, denn erst wenn dies gelingt, habe auch der Islamismus keine Chance mehr.

Als Lebensleistung Grossers stellte bereits Peter Steinbach dar, dass Erinnern etwas sei, was nur übermittelt und dann einverleibt werden könnte. Genau dies geschah durch die informative und spannende Ausführung des 91-jährigen Preisträgers, welcher sich nach dieser Veranstaltung das Coeur de L’Europe ans Revers heften kann.

Rüdiger Lorth