Die Diskussionsrunde am Freitag

Moderator: Willkommen zur Diskussionsrunde am Freitagabend. Heute zu Gast sind zwei Vertreter, Tom, der Meinungsvertreter des Philosophen Thomas Hobbes und Davek, der Vertreter des Philosophen David Hume.
Willkommen Davek und Tom in unserer Show.

Tom: Danke für Ihre Einladung. Sie werden von den Ansichten Thomes Hobbes begeistert sein. Schließlich haben Sie mit mir den nur denkbar besten Vertreter gewählt.

Davek: Vielen Dank für Ihre Einladung. Ich fühle mich geehrt, heute Abend dabei zu sein.

Moderator: Kommen wir doch gleich zum ersten Thema an diesem Abend. Ich würde gerne über das Menschenbild von Hobbes und Hume reden. Wie war das wesentliche Menschenbild be…

(Fällt ihm ins Wort)

Tom: Ich ergreife mal das Wort und beginne. Thomes Hobbes, der größte und beste Philosoph war der Ansicht, dass das Menschenbild durch Egoismus und Pessimismus geprägt sei.

Davek: Ich kann Ihnen hierbei nicht in allen Punkten zustimmen. Eigeninteresse spielt zwar auch eine Rolle, jedoch gehört meiner Meinung nach und auch nach der Meinung von David Hume auch das Wohlwollen zum Menschenbild dazu.

Moderator: Könnte sich diese Ideologie auch zur Konfliktursache entwickeln?

Tom: Um es direkt zu sagen, ja. Hierzu passt auch ein persönliches Zitat von Thomas Hobbes:
„Wir finden in der menschlichen Natur drei Gründe für Streit: erstens Konkurrenz, zweitens Mangel an Selbstvertrauen, drittens Ruhmsucht.“ Vor allem der dritte Punkt passt wesentlich zum Menschenbild. Ruhmsucht und Machtstreben, entstanden durch Egoismus, führt zu Konflikten.

Moderator: Wie sehen Sie es, Herr Davek, als Vertreter von David Hume?

Davek: Natürlich ist das Eigeninteresse ein Aspekt für die Entstehung von Konflikten, jedoch spielen begrenzte Ressourcen und Sympathie eine weit wichtigere Rolle als Konfliktursache. Also kann man sagen, um Ihre Frage abschließend zu beantworten, Egoismus und Eigeninteresse können eine Konfliktursache darstellen.
Moderator: Danke für diese beiden ausführlichen Erläuterungen. Zwei weitere wichtige Fragen, die uns in der heutigen Zeit betreffen, sind: Was kann man überhaupt als das Richtige oder Gute bezeichnen und wie können wir es erkennen? Wie erkannte beispielsweise David Hume, was das Richtige war? Herr Davek, wie lautet Ihre Meinung zu dieser Frage?

Davek: Das Gute kennzeichnet sich durch Mitgefühl, gute Eigenschaften und durch die Einnahme verschiedener moralischer Perspektiven…Erkennen kann man das Gute durch den Austausch von Gefühlen in einem Gespräch. Ausschlaggebend ist hier insbesondere die menschliche Vernunft.

Tom: Ich sehe das ganz anders. Schon Hobbes war der Ansicht, dass das Gute durch Anstreben von Frieden und durch Vertragsschließung und Einhaltung gekennzeichnet ist. Wir finden das Richtige nur durch Gedankenexperimente, die strategische Vernunft und vor allem durch die Beachtung der natürlichen Gesetze.

Davek: Denken Sie nicht, dass Verträge zu schließen und einzuhalten zwar strategisch sinnvoll ist, um seine Macht zu sichern und auszubauen, aber sind sie trotzdem als das Richtige zu betrachten?
Denn Hobbes selbst sagte, dass das Recht der Selbsterhaltung auch das Recht der Selbstverteidigung beinhaltet. Dieses Recht ist jedoch widersprüchlich zur Erhaltung des Friedens, im Beispiel bei einem Friedensabkommen, da das Selbstverteidigungsrecht den Mord ,,potenzieller´´ Gegner erlaubt. Diese Theorie könnten wir auf heute anwenden. Nehmen wir an, ein fremder Mann mit netten Absichten betritt Ihr Grundstück und Sie denken, es könnte eine potenzielle Gefahr für Sie sein, obwohl er noch keinerlei Anzeichen einer Bedrohung zeigt. So könnten Sie ihn laut dieser Theorie einfach umbringen. Für mich wäre es aber kontraproduktiv im Zusammenhang mit dem Aspekt der Friedenserhaltung, da man damit eher einen Konflikt oder einen Krieg provozieren würde.
Dabei muss man sich die Frage stellen, ob Verträge das Richtige in der Ideologie Hobbes sind, wenn er selbst sagt, dass man unter bestimmten Umständen Menschen töten darf, auch wenn ein Friedensvertrag vereinbart wurde?

Tom: Selbstverständlich wird dann der Vertrag durch den Mord gebrochen. Dies ist aber nicht so tragisch, die Hauptsache ist, dass man sein EIGENES Leben sichern kann. Die Sicherung und Erhaltung des eigenen Lebens hat die größte Priorität.

Moderator: Heißt das, wenn ich Ihnen richtig folge, dass Sie, wenn Sie die Wahl haben, lieber sich retten, als Ihre Familie oder sogar ein ganzes Dorf.

Tom: Natürlich, denn mein Leben ist das Wichtigste.

Davek: Aber halten Sie sich immer das Zitat von David Hume vor Augen: „Sei ein Philosoph! Aber inmitten all deiner Philosophie bleibe stets Mensch.“

Moderator: Ein Zitat, das uns alle zum Nachdenken anregen sollte. Vielen Dank, für Ihre Stellungnahme.
Abschließend will ich mich bei Ihnen für Ihre ausführliche Argumentation bedanken und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.