Gurs – 1220 km: Baden-Baden wurde um 7 Stadtschilder reicher

Gesellschaftswissenschaften_Geschichte_Deportation nach Gurs1Am 75. Jahrestag der Deportation der badischen und pfälzischen Juden in das französische Internierungslager Gurs erinnern SchülerInnen von 6 Baden- Badener Schulen an die Lebensgeschichten der Deportierten. Nach der Begrüßung durch Angelika Schindler, Verantwortliche für die Koordination der Veranstaltung „Innehalten in der Innenstadt“, in der Lange Straße beim Stolperstein der Familie Wolf ließen es sich die SchülerInnen der Robert Schumann- Schule nicht nehmen, direkt in Aktion zu treten. Ähnlich wie die SchülerInnen des RWG, Hohenbaden, des MLG inszenierten auch SchülerInnen des Pädas aus dem Geschichtskurs von Frau Richter szenische Lesungen. Mit der Hilfe von Flyern, dem Aufstellen von Straßenschildern mit der Anggabe „Gurs – 1220 km“ oder Gesellschaftswissenschaften_Geschichte_Deportation nach Gurs2durch die Führung einzelner SchülerInnen des Pädas gelang es Heimischen und Touristen, die Plätze der Vorträge besser zu finden, sodass man die Geschichten erfahren konnte, welche hinter diesen Steinen stecken. Dabei hat man erfahren, dass man die „Werke mit Hoffnung und Mut“ trotz der Situation von Familie Wolf, welche nach Gurs deportiert wurden, meistern müsse. Weiterhin erhielt man einen Einblick in die Umstände des Transports, des Lagers und der Lage der Personen, welche Erschreckendes zutage brachten. So konnten die Männer ihre Frauen beispielsweise nur mit einem Ticket für eine Stunde besuchen – auf Antrag.

Gesellschaftswissenschaften_Geschichte_Deportation nach GursKoordiniert wurden die Lesungen, Vorführungen und Vorträge durch den Arbeitskreis „Stolpersteine Baden-Baden“ in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Stadt Baden-Baden, dem Stadtmuseum/-archiv und dem Theater Baden-Baden. Unterstützung erhielten die SchülerInnen und LehrerInnen innerhalb der Vorbereitung von einer Redakteurin, Schauspielern, Regisseuren, und Virginie Bousquet, Theaterpädagogin des Theaters in Baden-Baden. Folglich kann man sehen, wie eine Gegebenheit, die die Gesellschaft so separiert hat, zu einer Aktion wurde, welche viele Baden- Badener Institutionen zu einer Gemeinschaft gemacht hat, welche zusammen diese Veranstaltung gestemmt hat, um das Geschehene nicht vergessen zu lassen!

 

Weitere Berichte zu den einzelnen Stationen finden Sie in Kürze im Bereich des Presseclubs. Dort werden die SchülerInnen Informationen und Bilder zu den einzelnen Stationen dokumentieren.

Rüdiger Lorth