Literarisches Meisterwerk

Literarisches Meisterwerk aus Schülerhand

Hier stellen wir immer wieder besonders gelungene Texte unserer Schülerinnen und Schüler ein. Hast du auch einen besonderen Text geschrieben, dann schicke ihn an unsere PädaNews-Redaktion.

Die Texte

5–Minuten-Schreiben in der Gym6a

Prinzip: Einmal wöchentlich in der Doppelstunde wird in einem Extraheft zu einem vorgegebenen Thema fünf Minuten geschrieben. Wem nichts einfällt, der muss den Satz Ich weiß nicht, was ich schreiben soll. notieren. Das solange, bis ihm wieder etwas anderes einfällt.

Anschließend lesen jeweils drei Kinder ihre kleinen Texte vor.

Am Freitag, 17.3.2017 ist folgender Text entstanden:

Sternschnuppen

Sternschnuppen heißen so, weil Sterne Schnupfen haben, und wenn sie niesen, dann katapultiert es sie weg und deswegen rasen sie dann immer am Himmel rum. Wenn keine Wolken da sind, dann kommen viel mehr, weil sie sich schneller erkälten, weil sie nicht in den warmen Wolken sein können.

Und wenn man eine sieht, dann kann man sich wünschen, dass man keinen Schnupfen kriegt. Das ist doch der Sinn daran, oder?

                                                                                           Nicholas Baird, Gym6a

Das Pädagogium

In Baden Baden gibt´s eine Schule,

das Pädagogium, das is´ ne coole.

Hoch auf dem Schlossberg oben,

sieht man viele Kinder toben.

 

1887 von Professor Herman Büchler gegründet,

ist es bis heute noch die Schule, die uns alle verbindet.

Familie Büchler ist immer für uns da,

Hurra!

 

Das Päda hat viele tolle Terrassen,

verwinkelt mit vielen Gassen.

Es besteht schon 130 Jahre,

es ist für uns das einzig wahre.

 

Tradition wird hier großgeschrieben,

Deswegen ist die Schule zum Verlieben.

Leben, lernen, lehren miteinander,

hier gibt es sicher kein Durcheinander.

 

Von der Grundschule nehmen die Lehrer uns hier auf,

und bestimmen fortan unseren Lebenslauf.

Ich spreche in aller Schüler Namen,

dass wir als „Kleine“ Geborgenheit hier bekamen.

 

Im Päda wird sich jedem einzelnen Problem angenommen,

wir haben immer Tipps und Ratschläge bekommen.

Wir Jugendlichen sind nicht immer leicht,

doch bisher hat die Kraft der Lehrer dafür gereicht.

 

Jeden Morgen aufstehen und sich fertig machen,

auf jeden Fall, sonst wird´s bald krachen,

die Lehrer sind immer lieb und nett,

doch wenn man was anstellt, dann sind sie keck.

 

Wir freuen uns auf weitere tolle Jahre,

das werden wir uns sicher nicht ersparen.

Das Abitur am Päda ist unser Ziel,

das wird sicher kein leichtes Spiel.

 

Vielen Dank für gemeinsam Leben und Lernen ohne Pause,

Im Pädagogium fühlen wir uns alle zuhause.

Die Zeit wird wie im Flug vergehen,

als Ehemalige werden wir uns wiedersehen.

Mike Steidle, Klasse 7b Gymnasium

Mit folgendem Text hat sich Charlotte Schmidl (RS8a) bei der Kulturakademie beworben und wurde aufgenommen. Herzlichen Glückwunsch!

Die Nachbarin

Das Heulen einer Sirene mischte sich in ihre Träume. Als Luna verstört aufwachte, sah sie in der Hauseinfahrt wie gerade eine Trage mit ihrer Nachbarin Frau Pinter darauf in einen weißen Krankenwagen geschoben wurde. Im Treppenaufgang traf sie auf den Hausmeister. „Oh hallo Luna, hast du das mit Frau Pinter mitbekommen? Sie haben sie mitgenommen. Vielleicht ein Schlaganfall, aber sie wird’s schon schaffen die Anni.“ Vor sich hin murmelnd verschwand er in seiner Wohnung. Luna war betroffen. Sie kannte Frau Pinter zwar nicht sehr gut, doch sie wohnte schon immer gegenüber – jedenfalls solange sich Luna erinnern kann. Manchmal gab Frau Pinter ihr ein Stück Bitter-Schokolade. Luna fand sie zwar eklig, aber wusste, dass die Geste gut gemeint war. Gerade als sie die Haustür wieder schließen wollte, bemerkte Luna,dass die Tür von Frau Pinters Wohnung offenbar nicht ganz geschlossen war. Sie wollte sie erst zuziehen, doch etwas hinderte sie daran. Vorsichtig gab sie der Tür einen Schubs und konnte in die kleine Einzimmerwohnung hineinsehen. Zögernd schaute sie sich in dem gemütlich eingerichteten Wohnzimmer um. Plötzlich hörte sie ein Geräusch aus der Küche, dem sie folgte. Der Herd war noch heiß und in einem Topf darauf kochte eine Suppe. Luna drehte den Herd ab und beschloss zu probieren. Als sie sich den warmen Eintopf in den Mund schob, war sie angenehm überrascht. Das Gericht schmeckte kräftig. Es war süß, aber auch salzig, es schmeckte fruchtig, fast tropisch und es wärmte das Herz. So etwas Leckeres hatte Luna noch nie gegessen. Gerade als sie sich noch ein Löffel nehmen wollte, fiel Lunas Blick auf eine Kommode mit vielen verstaubten Bildern darauf. Auf einem Foto war eine junge bildhübsche Frau zu sehen, die ein kleines Kind auf dem Arm hielt. Bei genauerem hinsehen konnte man erkennen, dass es Frau Pinter vor vielen Jahren gewesen sein musste. Beide strahlten in die Kamera und ein Gefühl des Glücks schien von diesem Bild auszugehen. Neben dem Foto standen noch ein paar weitere z.B. Frau Pinter mit langen blonden Haaren und ohne Falten zusammen mit einem Mann vor einem Möbelgeschäft. Doch die Aufmerksamkeit von Luna war nun nicht mehr den Bildern zugewandt, denn eine alte Kiste war in ihr Blickfeld gelangt. In der Truhe lagen viele gelbliche und staubige Briefe, Bilder und jede Menge Krimskrams darunter auch eine Pfeife. Behutsam holte Luna zwei Briefe aus der Kiste und roch an ihnen. Sie rochen holzig und irgendwie rauchig. Sie drehte die Briefe herum und sah wer sie geschickt hatte: ein Helmut Jasper aus Frankfurt. Zitternd vor Aufregung faltete sie einen Brief auf und begann zu lesen. Zuerst tat sich Luna schwer, die krakelige Schrift zu entziffern, doch nach und nach verstand sie, dass es sich bei dem Verfasser des Briefes um den Sohn von Frau Pinter zu handeln schien. Er teilte seine Mutter mit, dass er nun endgültig den Kontakt abbrechen würde, weil es sein Vater nach der Trennung so wünschte. Entsetzt suchte Luna weiter in der Kiste nach irgendetwas das weitere Hinweise zum Sohn brachte. Doch sie konnte nichts finden. Nun fasste sie einen Entschluss. Sie schwang sich auf ihr Fahrrad und machte sich auf den Weg zum einzigen Krankenhaus der kleinen Stadt. Von der rothaarigen Dame am Empfang erfuhr Luna wo Frau Anni Pinter lag. Die Tür der Intensivstation war verschlossen und Luna musste klingeln. „Hallo was willst du hier?“, eine rundliche Krankenschwester schaute aus einem Türspalt „Ich möchte zu Frau Pinter.“ „Wer bist du? Bist du mit ihr verwandt?“ „Nein, aber sie ist eine Nachbarin und sie hat niemanden.“ „Ich kann dich nicht hineinlassen ihr geht es nicht sehr gut.“ Die Tür fiel ins Schloss. Luna stand verloren auf dem Gang und dachte bei sich: „Ich muss da hinein, egal was passiert.“ Sie wartete bis die Tür wieder aufsprang. Zwei junge Pfleger schoben umständlich ein sperriges Krankenbett hindurch. Und bevor die Tür wieder in Schloss fiel, war Luna schon hinter ihnen unbemerkt durgeschlüpft. Frau Pinters Name stand an einer Tür, die sie mit pochendem Herzen öffnete. Die alte Dame lag mit geschlossenen Augen schwer atmend da. Neben dem Bett standen große Geräte, die seltsame Geräusche von sich gaben. Frau Pinter hatte einen Schlauch in der Nase und Bandagen an den Händen. Leise schob Luna einen Stuhl zum Bett und nahm vorsichtig Frau Pinters Hand. „ Können sie mich hören? Ich bin`s Luna, ihre Nachbarin.“ Für einen Moment glaubte Luna ein stummes Lächeln über Frau Pinters runzlige Lippen wandern zu sehen, doch schon im nächsten Moment war der Blick der alten Dame wieder starr und leer. Da bemerkte Luna eine kleine schwarze Lackhandtasche, die neben dem Bett stand. „Darf ich?“, fragte Luna und hatte einen Kloß im Hals als sie die Tasche öffnete. Darin fand sie ein ledergebundenes Büchlein mit Namen, Adressen und Telefonnummern. Und schließlich fand sie ihn, den Namen, den sie suchte: Helmut Jasper. In dem Moment öffnete sich die Tür des Krankenzimmers und die Schwester kam herein: „Was machst denn du hier? Du hast hier nichts verloren! Verschwinde aber schnell!“ Der Kopf der Schwester war knallrot und es schien als würde er gleich explodieren. Ohne ein Wort zu sagen, flitzte Luna aus dem Zimmer – das Büchlein fest an ihre Brust gedrückt. Zuhause gab sie die Nummer von Helmut Jasper in das Tastenfeld ein und drückte anrufen. „Hallo wer ist da?“, Die Stimme, die sie hörte war rau. „Ähm Luna, Luna Meyer, die Nachbarin ihrer Mutter… sie wissen schon, Anni Pinter….“ „Ich weiß wie meine Mutter heißt“, unterbrach der Mann Luna abweisend. „Ich weiß, aber ihre Mutter liegt im Krankenhaus. Sie hat wahrscheinlich einen Schlaganfall“, sagte Luna mit zitternder Stimme. „Aha, aber warum erzählen sie mir das? Was geht mich das an?“, knurrte er ins Telefon und legte auf. Irritiert starrte Luna auf das dunkle Display des Telefons, strich sich eine Träne von ihrer Wange und beschloss, die Sache schnell zu vergessen und sich nicht mehr in die Angelegenheiten anderer Leute einzumischen.

„Luna, Luuunaa, da ist jemand für dich!!!“, verschlafen wachte Luna auf und lief zur Tür. „Ich lass euch, dann mal alleine“, lächelnd verschwand Lunas Mutter in die Küche. Vor Luna stand ein großer stämmiger Mann mit braunen lockigen Haaren. Sie erkannte sofort den Sohn von Anni Pinter. „ Hallo Luna, ich bin kurz nach deinem Anruf losgefahren, ohne dich hätte ich meine Mutter nicht mehr sehen können um mich zu entschuldigen. Ich weiß nicht ob sie alles verstanden hat, doch ich glaubte ein Lächeln auf ihren Lippen gesehen zu haben. Dann ist sie ganz friedlich für immer eingeschlafen. Im Krankenhaus haben sie mir erzählt, dass du auch da warst. Ich möchte dir gerne für alles danken.“ Damit war der junge Mann wieder verschwunden. Wie betäubt ging Luna in ihr Zimmer, setzte sich auf ihr Bett und weinte.

Charlotte Schmidl, Klasse RS 8a (2014/ 15)

Charlotte hat bereits früher eine Kurzgeschichte verfasst.

Emil und die Karte

Tom, der alte Nachtwächter, war mal wieder, wie jeden Abend, unten im Handschriftenarchiv des Literaturmuseums, kurz LiMo, wo er die alten Bücher und Schriften bewachte. Doch er war sehr bedrückt. Die Menschen, und vor allem Kinder und Jugendliche, lasen kaum noch und nur wenige interessierten sich noch fürs Geschichtenschreiben. Tom hatte immer das Gefühl, dass die Energie zu lesen irgendwie verloren gegangen ist. Er liebte aber die Bücher so sehr als wären sie seine Kinder und die Schriften bewachte er so gut als ob sie sein Leben wären. Er lief durch die dunklen Gänge, die nur von dem Schein seiner Taschenlampe beschienen wurden und strich hin und wieder über einen besonders schönen Buchrücken. Hier unten herrschte eine beständige Temperatur von 18°C. Ein Labyrinth von Räumen und Gängen. Hier werden die Handschriften der Schriftsteller aufbewahrt, in grünen Kisten, in Regalen, insgesamt mehr als 28.000. Verträumt atmete er die kühle und muffige Luft ein, die ihm um die Nase wehte. Doch auf einmal sah er am Ende eines der vielen Büchergänge ein Buch auf dem Boden liegen. Schnell hob er es sorgfältig auf. Im Schein seiner Taschenlampe las er “Emil und die Detektive.“ Verträumt dachte er an seine Kinderzeit zurück, als er das Buch gelesen hatte. Dabei merkte er nicht, wie ein kleiner vergilbter Zettel herausfiel. Erst als er weiterlaufen wollte, fiel ihm das mysteriöse Papierstück auf. Er faltete es langsam auseinander. Seine Hände zitterten leicht. Im Schein der Taschenlampe erkannte er eine Karte. Tom war irritiert, ein seltsamer Scherz war das. Doch dann sah er sich die Karte genauer an, konnte sich aber den Sinn und die Bedeutung nicht erklären. Interessiert studierte Tom die Zeichnung, als plötzlich ein grelles Licht vor ihm auftauchte. Der Nachtwächter hielt sich schützend eine Hand vor die Augen und ließ die Taschenlampe fallen. Dann war alles dunkel. Auf einmal tippte ihm jemand auf die Schulter. Tom erschrak so heftig, dass er aufschrie und sich das Herz hielt. Er drehte er sich langsam um und sah einen Jungen im Alter von 12 Jahren. „Wer bist du?“, fragte Tom verwirrt und stand auf. „Guten Tag, edler Herr“, sagte der Junge grinsend. „Mein Name ist Emil Tischbein, zu euren Diensten“. Emil verbeugte sich kurz und gab dem verdutzt aussehenden Tom seine Taschenlampe. „Ich glaube die gehört Ihnen.“ „Eeehm, jaa“; stotterte Tom. Er hatte keinen blassen Schimmer wie dieser Lausejunge, der sich anscheinend über ihn lustig machen wollte, hier hereingekommen war und was er wollte. „So du Bengel, erzähl mir jetzt mal bitte, was du hier willst und warum du einfach so in ein Museum einbrichst.“ Tom war wütend. „Aber Herr, ich weiß doch auch nicht was passiert ist. Ich bin in der Nacht aufgestanden um etwas zu trinken zu holen, als ich auf einmal wie durch ein Loch im Boden fiel. Ich fiel und fiel und dann war ich hier.“ Emil sah verzweifelt aus, er machte auch nicht den Eindruck als ob er Scherzen wollte. Deshalb musste Tom allmählich wirklich glauben, dass er gerade eine Figur aus dem Buch vor sich hatte. „Also, wenn du wirklich der Emil aus Kästners Buch bist, dann kannst du doch gut Rätsel lösen, nicht wahr? Kannst du mir dann vielleicht sagen, was es mit dieser Karte auf sich hat?“ Tom überreichte Emil den vergilbten Zettel und beschien ihn von oben. Emil runzelte seine Stirn und drehte sich einmal um seine eigene Achse. „Ich verstehe zwar nicht, was sie mit Buch und Kästner meinen, aber… warten Sie mal…das…das, dieser Abschnitt, ist doch, der Gang hier“. Er deutete auf die Karte „die Tür dort links ist doch genau dort, wo wir gerade stehen“. Aufgeregt lief Emil ein paar Schritte auf die Tür zu. „Und auf der Karte ist auch sowas wie ein Weg eingezeichnet. Schnell beeilen sie, sich!“ Der Junge war total aufgeregt. „Hey, lauf nicht weg“, knurrte Tom und lief Emil nach. „Schauen sie sich das an, wir sind auf der richtigen Spur, der Weg führt genau durch den Raum hinter der Tür“. „Emil, hör bitte auf mich zu siezen, ich heiße Tom!“, Emil nickte kurz und lief ohne zu zögern durch die Tür. Der Raum, in den sie jetzt kamen, war kleiner und viele grüne Kisten stapelten sich in Regalen. „Warte mal, hier wird Hermann Hesses Nobelpreis aufbewahrt. Willst du ihn sehen?“, Toms Augen leuchteten. Nicht oft konnte er jemanden an seinem Wissen teilhaben lassen. „Hermen He… wer? Was wird aufbewahrt???“, Emil wirkte sichtlich irritiert. „Für den Schriftsteller bist du vielleicht noch zu jung, komm gehen wir weiter?“ Tom folgte Emil, der alles im Griff zu haben schien. Nach ein paar Treppen und Ecken bogen die beiden in eine Bücherregalreihe ein. Auf einmal bemerkten die zwei, dass irgendetwas ihnen folgte, etwas unheimliches, etwas seltsames. Dann sahen sie auch was es war, drei geisterartige Wesen, ganz in schwarz, die ihnen zischelnd hinterher schwebten. Etwas Böses ging von ihnen aus, eine kalte Bedrohung. Sie kamen immer näher. Tom begann zu rennen und zog Emil hinter sich her. Plötzlich schienen sie die Geister abgehängt zu haben. Tom blickte sich um. Sie standen vor der Abteilung von Erich Kästner. Die ganzen Bücher von ihm reihten sich aneinander, nur ein Buch fehlte, „Emil und die Detektive.“ „Hier, schau mal Emil, der Autor interessiert dich sicherlich mehr“, meinte Tom und gab das Buch, das er die ganze Zeit in der Hand gehalten hatte dem Jungen. Emil nahm es und begann laut daraus vorzulesen: „`So`, sagte Frau Tischbein, >und nun bringe mir mal den Krug mit dem warmen Wasser nach! < Sie selber nahm einen anderen Krug und den kleinen blauen Topf mit der flüssigen Kamillenseife…“, Emil sah kurz hoch und sagte zu Tom „Also diesen Autor mag ich. Bei dem Buch fühle ich mich… irgendwie… Zuhause“, Tom musste lachen „es ist ja auch, deine Geschichte, du bist die Hauptperson.“ Emil schaute verdutzt. Auf einmal, während Emil noch ganz begeistert las, sah Tom die Geister, zwei von jeder Seite, wieder auf sie zukommen. Die Geisterwesen zischelten: „Hör auf zu lesen Junge, gib uns das Buch.“, Emil stoppte mit dem Lesen. In dem Moment kamen die Wesen bedrohlich näher. Tom rief verzweifelt „Lies weiter Junge, lies weiter.“ Das ließ sich Emil nicht zweimal sagen. Voller Energie und mit Furcht las er die nächste Seite laut vor. Seine dünne Kinderstimme hallte an den Wänden des Archivs wider und wurde dadurch lauter. Die Geister riefen zwischen wütendem Gekreische und Gefauche „Böser Bengel verrätst uns an Bücher.“ Dann verzogen sie sich. „JUHUU, sie sind weg!!!!“, rief Emil begeistert „Dieses Buch ist toll. Darf ich es behalten?“, „Ja, aber nur ausgeliehen.“, sagte Tom und ging mit Emil weiter. Nach der Karte mussten sie nun in einen Raum betreten, den auch Tom nicht sehr gut kannte. „Hier war ich erst ein Mal, dahinten geht’s zum Keller, dort war ich noch nie.“, „Na, gut, wir müssen es wagen. Wir wissen ja jetzt wie man die Geister aufhält.“ Tom übernahm die Karte, da Emil schon mal für alle Fälle das Buch aufgeschlagen hatte. Langsam stiegen sie hintereinander die Treppe herunter, die in einen kalten Keller führte. Endlich, als sie schon geglaubt hatten, die Treppe würde nie ein Ende nehmen, kamen sie auf ebenen Boden. Der Schein der Taschenlampe beleuchtete nicht gerade viel und Emil hatte Angst vor den dunklen Ecken, in denen man nichts außer Dunkelheit sehen konnte. Nachdem sie schweigend viele Kurven und Gänge passiert hatten, Emil dicht hinter Tom, kamen sie in einen weiteren Raum. Tom fand einen verstauben Lichtschalter, doch als er ihn drückte, passierte erst einmal gar nichts. Dann schaltete sich ein spärliches Licht an, das düster flackerte. Tom und Emil sahen viele Bücher, verstaubt und vergammelt, die beiden liefen umher und lasen hin und wieder ein paar Buchtitel, zogen Bücher hervor und wischten hastig die Staubschicht weg. Als Emil ein paar Bücher von der vordersten Reihe zur Seite schob, sah er dahinter ein schwarzes in Leder gebundenes Buch mit einem geprägten goldenen Wappen. Interessiert holte er das Buch hervor. Es war ungewöhnlich schwer und er holte Tom zu sich, damit er ihm half. Sie legten es zusammen auf einen kleinen Holztisch und versuchten es zu öffnen. Es funktionierte nicht, da es mit einem Schloss verriegelt war. Die Neugier von den beiden war aber so groß, dass sie beschlossen es aufzubrechen. Doch plötzlich tauchten die grässlichen Geister wieder auf. Schnell musste Emil wieder anfangen zu lesen. „Öffnet nicht das Buch, das ist sehr böse.“, zischelten sie. Emil las mit zittriger Stimme. Doch die Geister kamen immer näher. „Emil, nicht so zaghaft, du musst das Buch lesen WOLLEN! Die Geister kommen trotzdem, wenn du nicht bei der Sache bist.“ Da riss Emil sich zusammen und las so betont und wundervoll, wie er es noch nie getan hatte. Das war tatsächlich zu viel für die Geister. Sie schrien bei jedem Satz, ja, jedem Wort, förmlich auf. Dann schaffte Tom es, das Schloss zu brechen. Klirrend fiel es zu Boden, und das Buch öffnete sich von Geisterhand. Heraus trat eine riesige Energie, weißes, warmes und strahlendes Licht strömte heraus, strömte aus und zerstörte die Geister, indem es durch sie hindurch zog. Ein anderer Teil flog umher, erhellte den Raum und entstaubte die Bücher, die sich wie von Geisterhand erneuerten. „Das ist Leseenergie, sie ist zurück! Mach die Tür auf! Lass sie frei!“ Emil öffnete die Tür und ließ die gute Bücherenergie hinaus. Lachend vor Freude rannten die beiden hinterher und beobachteten, wie das Licht aus den Fenstern und Türen flog, um alle Menschen anzuregen mehr zu lesen. „Danke, für diese total aufregende Nacht, Tom, du bist ein toller Freund, bis bald“, sagte Emil mit Tränen in den Augen und fiel Tom um den Hals. Denn ein guter Geist war dageblieben um Emil zurück in sein Buch zu bringen. Ein gleißend helles Licht erschien und Emil warf Tom im letzten Moment ein kleines Holztierchen zu, das sein Glücksbringer gewesen war. Dann wachte Tom auf. Er saß auf seinem Stuhl in seinem Nachtwächterraum und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Plötzlich erinnerte er sich an seinen Traum. So etwas Verrücktes, dachte er bei sich und stand von seinem Stuhl auf. Doch als er seine rechte Hand öffnete, sah er den kleinen Glücksbringer, den Emil ihm geschenkt hatte. Tom musste lächeln.

Charlotte Schmidl, Klasse RS 8a (2014/ 15)

Maifeste

Rosen spiegeln Liebe da,
doch sie funkeln nicht in jedem Jahr.

Ich weiß es noch wie eh und je.
Sie tat mir anfangs so sehr weh.

Genau ich wusste, dass ich sie bekomme nicht
bis der Mai das Licht erblickt.

Doch als das Gegenteil mir wurde klar
war ich verzaubert in jenem Jahr.

Isabell Dietz, Klasse 13d (2014/ 15)

Eiszauber

Ein harter Wind liegt in der Luft
blass, weiß und kalt
sind die Farben dieser Zeit
doch irgendwo säuselt dieser Duft.

Kuscheln, wärmen, feuer frei-
das will ich mach, komm` herbei
zu zweit genießen
und ineinander fließen!

Es ist allein der Winter
welcher verzaubert Kinder,
doch auch dich und mich
lässt er niemals im Stich.

Isabell Dietz, Klasse 13d (2014/ 15)

Die Zigeunerin

4 Begriffe: Löwe , Mensch, Wasser, Mond

Es war einmal eine Zigeunerin mit Namen Joana. Sie verliebte sich in einen Jungen. Er hieß Silas. Doch die Eltern wollten nicht, dass sie verliebt sind. Deshalb baten sie eine böse Hexe darum, den Jungen in einen Löwen zu verwandeln. Das tat sie und ab sofort war Silas ein Löwe. Die Zigeunerin war sehr traurig und weinte. Doch Joana hatte herausgefunden, dass wenn sie bei Vollmond Ukulele spielte, sich Silas zurück verwandelte. Sobald sie jedoch aufhörte, wurde er wieder ein Löwe. Eines Tages traf Joana eine gute Fee. Sie fragte die Fee: „kannst du mir bitte helfen?“ Die Fee antwortete: „Gerne! Ich bin eine gute Fee. Ich helfe anderen. Was soll ich machen?“ „Verwandle bitte meinen Freund zurück“, flehte die Zigeunerin die Fee an. Die gute Fee gab Joana einen Krug mit Zauberwasser. „Trinke den Trank und lege dich bei Vollmond am See nieder. wenn dich der Löwe nicht frisst, verwandelt er sich zurück.“ Joana bedankte sich und machte, was die Fee gesagt hatte. Und tatsächlich erkannte der Löwe seine Freundin Joana und tat ihr nichts. da verwandelte er sich zurück. Sie heirateten und wurden glücklich. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Pascal Metz, Klasse 5b (2013/ 14)

Fabel
Der Fuchs und die Tiere

Es war einmal ein listiger, kleiner Fuchs, dem es sichtlich Spaß machte, den Tieren im Wald einen oder mehrere Streiche zu spielen.

Eines Tages lag er träge in seinem Bau und langweilte sich. Da fiel ihm die Idee des Tages ein: Den blöden Tieren mal wieder einen Streich spielen. Also zog er los, um sich eine geeignete Stelle auszusuchen. Da plötzlich entdeckte er den Bau des Dachses und schon kam ihm ein Einfall. Er rannte lauthals schreiend los und rief: „Hilfe, Hilfe! Es brennt! Es brennt beim Dachs! Hilfe!“ Nun ging alles sehr schnell: Sie holten Wasser, allesamt, der Hirsch trug auf seinem Geweih ganze achtzehn Eimer voll mit Wasser. Beim Dachs angekommen, herrschte große Verwirrung. „Wo ist denn das Feuer, ja wo ist es wohl?“, fragten alle Tiere. Ein lachender Fuchs kam angetappst und sprach: „Ihr Einfaltspinsel! Mir zu glauben! Hahaha! Ich kenne nichts Dümmeres als euch!“ Mit diesen Worten rannte der Fuchs davon. „Ach Gott, dieser Fuchs treibt mich in den Wahnsinn!“, sagte ein Eichhörnchen. Der Igel meinte: „Das Fell sollte man ihm abziehen! Dieser Trottel!“ „Mit meinem Geweih sollte ich ihn in die nächste Stadt schleudern, da bringen ihn die Menschen um!“, murmelte der mächtige Hirsch und schüttelte sich die Eimer von seinem Geweih. Alle klagten und ärgerten sich. Aber ändern tat sich nichts.

Der Fuchs war schon in seinem Bau angelangt. Es war Abend und er legte sich zur Ruhe. Er träumte von den schönsten Streichen, die er den Tieren spielte, bis er etwas Komisches roch. Es roch nach Rauch. Er dachte, er würde träumen, wachte jedoch auf und sah, wie es hinten in seinem Bau brannte! Er rannte los: „Hilfe! Hilfe! Mein Bau! Mein wundervoller Bau brennt! So helft mir doch! Hilfe! Hilfe!“ Da kam der Hirsch und sprach: „Lass uns in Ruhe, du Tölpel! Von dir wollen wir nie mehr etwas hören!“ So brannte der Bau des Fuchses in dieser Nacht lichterloh.

Die Lehre, die ihr dieser Geschichte ziehen könnt, ist: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.

Anne-Kathrin Scherer, Klasse 6a (2013/ 14)

Von der Katze Mieze

Katze Mieze isst sehr gerne Pizza mit Mozzarella und Schinken. Zum Frühstück isst sie Weizen und Milch. Am Abend muss Mieze sehr viel Energie tanken, dann kuschelt sie sich unter ihre Decke. Wenn Jazz-Musik läuft, miaut sie gerne mit. An unserm alten Sofa sind sehr viele Kratzspuren zu sehen. Im Sommer schwitzt Mieze ganz doll, im Teich quakt dann der Frosch, Mieze erschreckt sich immer. In unserem Haus sucht Mieze Schätze, auch draußen. Manchmal bringt sie uns einen Kauz mit. Wenn sie mal was Ungezogenes macht, müssen wir immer motzen. Der Nachbarshund ist ein Dackel, den mag Mieze nicht besonders. Und manchmal kotzt Mieze einen dicken Bolzen voll Haare. Igitt.

Nancy Kostic, Klasse 5a (2013/ 14)

Der Arbeitsauftrag gab vor, dass aus den folgenden vier Begriffen ein Märchen geschrieben wird:
Löwe, Mensch, Wasser, Mond

Die Zigeunerin

Es war einmal eine Zigeunerin mit Namen Joana. Sie verliebte sich in einen Jungen. Er hieß Silas. Doch die Eltern wollten nicht, dass sie verliebt sind. Deshalb baten sie eine böse Hexe darum, den Jungen in einen Löwen zu verwandeln. Das tat sie und ab sofort war Silas ein Löwe. Die Zigeunerin war sehr traurig und weinte. Doch Joana hatte herausgefunden, dass wenn sie bei Vollmond Ukulele spielte, sich Silas zurück verwandelte. Sobald sie jedoch aufhörte, wurde er wieder ein Löwe. Eines Tages traf Joana eine gute Fee. Sie fragte die Fee: „Kannst Du mir bitte helfen?“ Die Fee antwortete: „Gerne! Ich bin eine gute Fee. Ich helfe anderen. Was soll ich machen?“ „Verwandle bitte meinen Freund zurück“, flehte die Zigeunerin die Fee an. Die gute Fee gab Joana einen Krug mit Zauberwasser. „Trinke den Trank und lege dich bei Vollmond am See nieder. Wenn dich der Löwe nicht frisst, verwandelt er sich zurück.“ Joana bedankte sich und machte, was die Fee gesagt hatte. Und tatsächlich erkannte der Löwe seine Freundin Joana und tat ihr nichts. Da verwandelte er sich zurück. Sie heirateten und wurden glücklich. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

 

Pascal Metz, Klasse 5b (2013/ 14)

Schmalbach

Oh Schmalbach,
in dir fließt der Robach.
Je saftiger, desto grüner
in dir laufen Hühner.
Die müssen gackern,
während wir uns beim Fangen abrackern.
Du bist so klein,
und doch so fein.
Wir haben dich besucht,
und waren auf der Sucht.
Wir haben den Hahn gefangen,
und haben vor Freude gesungen.
Ich hab von ihn ’ne Feder,
die wollte eigentlich jeder.
Anstrengend war der Weg,
über Stock und Steg.
Die Nächte waren lange,
doch wurde uns nicht bange.
Die Kirche war sehr alt,
es war auch kalt.
Wir waren drei Tage da,
in denen man viel sah.
Es war sehr gut,
doch wir brauchten Mut.
Wir machten einen Kinoabend,
das war sehr labend.
Es gab Hochlandrinder,
und viele Kinder.
Wir haben Abschied genommen,
doch werden wiederkommen.

Svante Bosse, Klasse 5b (2013/ 14)