Sieg für Päda-Fechter bei Saison-Auftakt

sport_sieg-bei-saison-auftaktSchulstart bedeutet auch Saisonstart im Fechtsport – eine schwierige Situation für einen kleinen Verein wie den SV Pädagogium Baden-Baden. Doch der Auftakt in die Saison 2016/17 beweist: Wer in den Ferien nicht nur faul in der Sonne liegt, hat einen Vorsprung vor der Konkurrenz.

Gleich am ersten Wochenende nach Schulbeginn besuchte eine kleine Abordnung der Päda-Fechter mit Trainer Emil Dan das „Sepp-Mack-Turnier“ in Waldkirch. Der Südbadische Fechterbund vergibt hier die ersten Ranglisten-Punkte der neuen Saison – ein Fernbleiben hätte einige Nachteile für den weiteren Verlauf des Jahres bedeutet. Die Fahrt in die Nähe von Freiburg erwies sich jedoch als sehr erfolgreich: Zum ersten Mal seit Jahren mussten die sieggewohnten Fechter des SV Waldkirch einem Gast den obersten Platz auf dem Siegerpodest überlassen. Gabriel Volk (Klasse Gym J1a) gewann die A-Jugend-Konkurrenz der Degenfechter überlegen.  Bei dem 16-jährigen zahlte sich ein Fechtcamp in Frankreich aus, in dem er während der Ferien eine Woche lang Kondition und Technik verbessert hatte. Cool und konzentriert arbeitend ließ er – außer in einem Vorrundenkampf – „nichts anbrennen“ und gewann das Finalgefecht gegen Constantin Berner (Waldkirch) sicher mit 15-8. Das brachte ihm 12 Ranglistenpunkt und Platz 1 auf der Rangliste des Südbadischen Fechterbunds ein. Vereinskamerad Björn Hintzen (Gym-Klasse 10) fuhr dagegen – im wörtlichen Sinn – mit einem Handicap nach Waldkirch: Eine Verletzung an der Hand hatte ihn im Sommer zu einem Trainings-Stopp und einer Reha-Maßnahme gezwungen. Björn heimste durch Platz 10 im Endklassement immerhin drei regionale Ranglistenpunkte ein. Selbstkritisch meinte der 15jährige aber: „Ich brauch‘ jetzt erst mal Training. Sonst komme ich nicht weiter.“ Der „Hammer“ zum Saisonbeginn war jedoch das A-Jugendturnier der Degenfechter in Heidenheim am 24.September. Wettbewerbe in der Fechterhochburg in Württemberg sind eigentlich „eine Nummer zu groß“ für einen Breitensport-Verein. Doch zeigte sich auch hier: Wer wagt, kann etwas gewinnen. Unbeeindruckt von den Namen der Konkurrenten kämpfte sich Gabriel Volk unter 150 (!) Startern aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Slowenien souverän durch die 12 Gefechte der Vor- und Zwischenrunde und erhielt sogar ein „Freilos“ in der ersten Finalrunde. Als einziger Fechter aus Südbaden gelang ihm durch einen Sieg in der zweiten K.-O.-Runde gegen Markus Meinhardt (Mannheimer FC) das Vordringen in die Runde der besten 32 Fechter. Hier war der Gegner ihm jedoch überlegen. Rang 24 im Endklassement ließen Athlet wie Trainer aber strahlen. So gab Gabrie auf der Heimfahrt zu: „Damit hätte ich nicht gerechnet“. Und Trainer Emil Dan meinte: „Das war mehr als ich erwartet hatte.“ Allerdings gab er auch zu bedenken: „Wenn Gabriel noch ein bisschen mehr den Kopf einsetzt bei den Gefechten und taktisch alles richtig macht, kann er noch mehr erreichen.“ Durch die gute Platzierung festigte Gabriel seine Spitzenposition auf der südbadischen Rangliste. Auf der nationalen A-Jugend-Rangliste sprang er vor auf Position 29 und zählt damit zur erweiterten Spitze der Fechter seiner Altersgruppe in Deutschland. Der Platz berechtigt ihn zur Teilnahme an einem Turnier der europäischen „Cadet-Circuit“-Kategorie in Bonn im Oktober – eine echte Herausforderung für die kommenden Lektionen und Trainingsstunden.