Sokrates erste Debatte auf dem Campus

Sokrates im Dialog

Sokrates auf den Terrassen unseres Campus beim Antiken – Fest.

Julia: Geia sas Sokrates! Zu allererst herzlich Willkommen im Jahr 2016, wir freuen uns, Sie unter den Lebenden begrüßen zu können. Wir drei wollen uns heute mit ihnen über das Thema „Macht“ unterhalten.

Sokrates: Ich freue mich auch sehr, heute hier zu sein. Es ist eine Weile her, dass ich so höflich empfangen wurde. 2016? Viel Zeit ist vergangen seit meinem Tod. Macht wird inzwischen wohl eine vollkommen andere Rolle spielen, oder liege ich falsch?

Julia: Macht ist wie zu ihrer Zeit ein breitgefächerter Begriff, wir finden ihn in der Politik, in der Religion oder im Familienleben. Jedoch können wir im Jahr 2016 die Macht als einen wählbaren Aspekt betrachten. Wir als Volk können wählen, wer über uns bestimmt. Dies steht im Gegensatz zu ihren Lebzeiten, in welchen Macht durch die Blutlinie vererbt wurde, und in welchen die Götter die Gesetze bestimmten.

Sokrates: Nun wissen Sie denn, woher der Begriff „Demokratie“ eigentlich stammt? Der Begriff übersetzt sich lose aus dem altgriechischen zu „Herrschaft des Volkes“. Sehen Sie, die Demokratie entstammt aus dem heute antiken Griechenland. Macht durch Blut war jedoch in den meisten Ländern bereits zu meiner Zeit Gang und gebe.

Emma: Heutzutage ist Macht im politischen Sinne anders strukturiert, beispielsweise stehen momentan in Amerika die Präsidentschaftswahlen an und die beiden Favoriten sind Hillary Clinton und Donald Trump. Clinton repräsentiert die Demokraten und Trump die Republikaner. Falls Trump zum Präsident gewählt werde, baue er eine Mauer entlang der Amerikanisch/Mexikanischen Grenze, um die Mexikaner vor illegalem Einwanderern in die USA abzuhalten. Unter anderem lehnt er die Abtreibung strickt ab. Ebenfalls setzt er auf Erdöle und Kohle und entscheidet sich bewusst dagegen, erneuerbare Energien anzuwenden, durch die man den Klimawandel einschränken könnte. Sind Sie der Meinung, dass so jemand das Potential besitzt um solch einen hohen Posten zu erreichen? Wie stehen Sie zu diesem Standpunkt?

Sokrates: Naja, da ich erst vor kurzem wieder aufgewacht worden bin muss ich sagen das es mich fasziniert wie sich die Demokratie entwickelt hat. Ich denke das er sicherlich eine Begründung hat so zu handeln. Viele Personen werden ihn indem was er tut unterstützen da er klare Vorstellungen vorgibt.  Ich tendiere dazu das seine Vorstellung sich im allgemeinen eher negativ auf die gesamte Umgebung der U.S.A. auswirken könnten da auch viele andere Länder mit einbezogen werden anstatt sich zu aller erst auf die konkreten Themen im Land  zu konzentrieren. Das Volk gehorcht und wird sich immer nach seinen Vorgesetzten richten.  Mir stellt sich die Frage ob er diesen Vorstellungen gerecht wird? Oder sind dies ausschließlich theoretische Versprechungen? Was könnte seine Macht ausrichten?

Emma: Ich denke, dass er nicht alles was er so großartig versprochen hat einhalten wird. Es stellt sich eher die Frage wie er zu so einer Vorstellung kommt. Was würden Sie tun, wenn Sie die Möglichkeit hätten, so viel Macht über etwas so riesiges wie Amerika zu haben, was würden sie tun?

Sokrates: Ehrlich gesagt wüsste ich wahrscheinlich nicht genau, was ich tun würde, aber die Meinung zu vertreten das es gut wäre eine Grenze zu errichten um Menschen auszusperren klingt in meinen Augen ziemlich absurd. Mir stellt sich die Frage wieso Machtpositionen seit Menschengedenken ausgenutzt, aber ebenfalls für gutes eingesetzt werden. In welcher Form Macht ausgelebt wird, kommt wohl auf die Psyche der jeweiligen Person an. Deshalb kann man die Macht als einen zweierlei verständlichen Begriff verwenden, denn er wird für das gute jedoch auch für das böse eingesetzt.

Julia: Das ist ein wirklich interessanter Standpunkt den sie da vertreten. Aber nun ist unsere gemeinsame Zeit vorbei. Ich wünsche ihnen einen angenehmen Aufenthalt im Jahre 2016 und das sie unsere heutige Welt weiterhin so Bereichern wie zuvor. Vielen dank, das Sie sich Zeit genommen haben heute Abend unser Gast zu sein. Dankeschön.

Sokrates: Ich danke Ihnen. Das ich heute hier sein durfte und versuche nicht wieder an einen Giftbecher zu geraten. Auf Wiedersehen.

Emma: Auf Wiedersehen.