Theater in der Schule – Büchner einmal anders

Paedagogium_TheateraktionDie „TheatermobileSpiele“ aus Karlsruhe gastierten am 27.11.2014 im Seminarraum des Pädagogiums. Thorsten Kreilos, Regisseur des Stückes „büchner.die welt. ein riss“ erstellte eine Collage des Schaffens Büchners, welches der Schauspieler Georgios Tzitzikos in einer Ein-Mann-Inszenierung auf die Bühne brachte.

Diese war dabei keine gewöhnliche, wie man es von Theateraufführungen gewohnt ist. Vielmehr kam der das Team um den Schauspieler in die Schule, der quasi zum Anfassen vor den Schülerinnen und Schülern in einer Paradeleistung eine Rollenvielfalt darstellte. Dies verschaffte den angehenden Abiturientinnen und Abiturienten der Klosterschule zum Heiligen Grab und denen des Pädagogiums einen Überblick über das Schaffen wie auch die Zeit des Dichters Büchner. Mithilfe eines geschickten Stimmen-, Kostüm- und Kulissenwechsels gelang es ihm beispielsweise, die Protagonisten Danton und Robespierre aus dem Drama „Dantons Tod“ zu verkörpern, wie auch Woyzeck oder verschiedene Figuren aus dem Stück „Leonce und Lena“.

Daran kann man sehen, dass die Schülerinnen und Schüler einen Rundumblick erhielten. Nicht nur die Hintergründe und Auswirkungen der Französischen Revolution standen im Vordergrund, sondern auch die Frage, wie diese dichterisch und politisch verarbeitet wurden. Das freie Profi-Theater bedient sich dabei Zitaten zentraler Werke Büchners und Ausschnitten aus dessen politischen Schriften. In den anschließenden Fragerunden der beiden aufeinanderfolgenden Aufführungen hörte man in den Kommentaren der Zuhörenden immer wieder die Bewunderung vor der Arbeit, welche hier ins Klassenzimmer gebracht wird. So äußerte eine Schülerin, dass es toll sei, nicht nur ein einzelnes Drama zu sehen oder zu hören, sondern dass es vielmehr interessant sei, so viele Eindrücke zu erhalten. Man könne zwar nicht alles auf Anhieb verstehen, aber genau das lade zum Nachdenken ein. Folglich sieht man, dass die Botschaft Büchners oder Dantons, dass der Mensch denken müsse, noch heute Gültigkeit hat und die Menschen beschäftigt. Damals bewegten die politischen Zustände die Menschen so stark, worauf eine Antwort Büchner in einem seiner Briefe lautete: „Wenn in unserer Zeit etwas helfen soll, dann ist es Gewalt“. Heute haben die Schülerinnen und Schüler in unserer Gesellschaft einen anderen Blick auf die Welt – so kann man nur hoffen, dass dieser weiterhin Bestand hat und es nicht mit Gewalt zu tun hat. Die Wichtigkeit dessen und der Einsatz für eine gute Gemeinschaft werden jedenfalls durch die Produktion verdeutlicht. (Rüdiger Lorth
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