Vorreiterrolle auf dem Bildungshügel

150615_25jahre_realschule_bnnRealschule des Pädagogiums besteht seit 25 Jahren

Baden-Baden. „Das Wort Plusquamperfekt befördert die Schüler aktiv ins Passiv“, ermahnt Anna Kraka, wenn Antje Kraus, stellvertretende Schulleiterin der Realschule der Schulstiftung Pädagogium mal wieder von ihrer Leidenschaft zur deutschen Sprache gepackt werde. Bei Schulleiter Thomas Raible sehe es nicht besser aus. Bei ihm lernten die Schüler, wie man den perfekten Spickzettel schreibt. Physik demonstriere er gerne mit seinem geliebten Motorrad, mit dem er schon mal die Schlossstraße auf und ab fahre, um anschaulich zu machen, wie man einen Bremsweg berechnet. Und auch sonst werde es mit den beiden nie langweilig.

Anna Kraka begeisterte mit ihrer lustigen Laudatio zu Ehren der beiden Schulleiter der Realschule und ließ ihre Zuhörer so ein bisschen am Alltag der Institution teilhaben, die mit einem Festakt ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Es sei eine notwendige Entscheidung gewesen, vor 25 Jahren die Realschule am Pädagogium zu etablieren, so Schulleiter Andreas Büchler, denn nicht alle Kinder seien auf dem Gymnasium richtig aufgehoben gewesen.

Gut erinnere er sich noch an die erste Abschlussprüfung 1995, bei er nervöser gewesen sei als die Absolventen. Damals sei die Politik noch nicht von der Notwendigkeit einer Ganztagsschule überzeugt gewesen, vielmehr wurden die Päda-Schüler in Baden-Baden damals als „arme Kinder“ angesehen. Jedoch sein die Ganztagsschule bereits vor 25 Jahren vor allem bei berufstätigen Eltern populär gewesen und sei damit Vorreiter für etwas, das heute auch in den staatlichen Schulen praktiziert werde.

Franz Veith, Schulamtsdirektor des Staatlichen Schulamts Rastatt, lobte das ganzheitliche Bildungskonzept der Pädagogiums, das auch in der Realschule Realität sei. Schule als Lebensform werde von Schülern und Lehrern täglich gelebt. Eingebettet in den Wochenplan ist auch bei der Realschule eine individuelle Lernberatung, das Fach Lernen lernen und die Studierzeit. Ganz im Sinne der Realschule werde die Lebenswelt durch berufliche Orientierung und Praktika in die Schule geholt.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen wünschte der Realschule weiterhin eine ungestüme Lebenslust. Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit würden auf dem Bildungshügel, wie sie zur Erheiterung der Anwesenden den Schlossberg nannte, großgeschrieben, biete man doch eine ganze Bandbreite an schulischer Bildung, lasse keinen Schüler stehen, keiner müsse die Schule wechseln, sondern alle würden aufgenommen und entsprechend gefördert. Da nicht jeder Schüler Nobelpreisträger werden müsse brauche man auch weiterhin Realschulen.

Realschulleiter Thomas Raible gab einen informativen Rückblick auf Veränderungen und Neuerungen, die die Realschule über die Jahre erfahren habe, an der er selbst seit 24 Jahren unterrichtet. Viele Anekdoten hatte er im Gepäck, die über die Jahre erlebte Kuriositäten beleuchteten. Sichtlich gerührt zeigte sich Thomas Raible, als ihm die Schüler eine selbst gebackene Jubiläumstorte mit seinem Bild darauf übergaben. Auch das anschließende Buffet war von den Schülerinnen und Schülern selbst hergestellt worden.

Musikalisch und tänzerisch umrahmt wurde der Festakt ebenfalls von Schülern und Schülerinnen der Realschule. Chordarbietungen, Schülerband und Tanzgruppen unterhielten mit einem abwechslungsreichen Programm unter der Leitung von Uwe Serr und Malte Fischer.

Ganzer Artikel in den Badischen Neuesten Nachrichten vom 15. Juni 2015
Ganzer Artikel im Badischen Tagblatt vom 15. Juni 2015
Ganzer Artikel in den Kustadt Nachrichten vom 18. Juni 2015