Was ist wichtig im Leben? Nichts??

Am vergangenen Dienstagabend setzten sich die Schüler der Klasse 10b des Gymnasiums und die Abiturienten des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums mit der Frage auseinander, was im Leben wirklich wichtig sei, indem sie die Aufführung des umstrittenen Romans „Nichts“ von Janne Teller im Theater Baden-Baden besuchten. Das Stück wurde vom Jugendclub U22 aufgeführt, der jedes Jahr mit der Theaterpädagogin Virginie Bousquet ein Stück einübt. Der Roman handelt von einer 7. Klasse, in der ein Schüler in den Sommerferien herausgefunden hat, dass nichts etwas bedeute und dass es sich deswegen auch nicht lohne irgendetwas zu beginnen, da alles sowieso irgendwann enden würde. Seine Erkenntnis versucht Pierre-Anton an seine Klassenkameraden zu vermitteln, indem er sich auf einen Pflaumenbaum setzt, seine Botschaft lauthals verkündet und nicht mehr runter kommen will. Um Pierre-Anton zu überzeugen, dass es sehr wohl noch Dinge mit Bedeutung gibt, beginnen die Klassenkameraden einen „Berg aus Bedeutung“ anzuhäufen. Theater Baden-BadenSie sammeln also von jedem einen Gegenstand zusammen, der demjenigen sehr viel bedeutet. Die Gegenstände reichen von einem neuen Fahrrad, über den Hamster bis hin zum rechten Zeigefinger. Als die Erwachsenen in der dänischen Gemeinde die Aktion bemerken wird auch schnell die Aufmerksamkeit der Medien erweckt. Zu Beginn berichtet nur die Lokalzeitung darüber, dann bereits große Nachrichtendienste aus aller Welt, bis dann irgendwann ein New Yorker Museum einen Millionenbetrag für den Haufen aus fragwürdigen Dingen bietet. Der Verkauf begeistert die Klasse, jedoch zeigt er aus Pierre-Antons Sicht nur die Bedeutungslosigkeit der Gegenstände. Als er das wiederum seinen Klassenkameraden erzählt, beginnen diese sich zu streiten, denn die einen wollen trotzdem verkaufen, während die anderen den „Berg aus Bedeutung“ nun doch behalten wollen, da sonst alles umsonst gewesen sei. Es artet aus, bis sie sich prügeln. Pierre-Anton liegt verletzt am Boden, dann verbrennt er samt dem Berg und anschließend endet das Stück. Die gesamte Inszenierung gefiel den Klassen des Pädagogiums sehr und auch das Schauspiel erntete großen Respekt, da die Darsteller größtenteils aus derselben Altersgruppe stammen. Im Unterricht gab es drauf folgend eine Gesprächsrunde mit Frau Bousquet, in der Fragen zur Inszenierung und zur generellen Theaterarbeit gestellt werden konnten.

Jonas Wald, Gym Eb