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Gedenken an die Bücherverbrennung vor 86 Jahren

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„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt,…

…verbrennt man auch am Ende Menschen.” Kaum ein Satz von Heinrich Heine wird öfter zitiert. Heine hatte selbst eine Bücherverbrennung erlebt, auf der Wartburg. Später schreibt er über das Wartburgfest:

Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

Andreas Faessler, „Buecherverbrennung braunschweig“,
CC BY-SA 3.0

„Auf der Wartburg krächzte die Vergangenheit ihren obskuren Rabengesang, und bei Fackellicht wurden Dummheiten gesagt und getan, die des blödsinnigsten Mittelalters würdig waren! (…) Auf der Wartburg herrschte jener beschränkte Teutomanismus, der viel von Liebe und Glaube greinte, dessen Liebe aber nichts anderes war als Haß des Fremden und dessen Glaube nur in der Unvernunft bestand, und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu erfinden wußte als Bücher zu verbrennen!“

Am 10. Mai 1933 wurden dann in Deutschland wieder Bücher verbrannt und wieder waren es Studenten, welche diese ins Feuer warfen. Diese Aktion fand unter der Führung des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB) auf dem ehemaligen Berliner Opernplatz (seit 1947 Bebelplatz) und in 21 weiteren deutschen Universitätsstädten statt. Die öffentlichen Bücherverbrennungen waren der Höhepunkt der sogenannten „Aktion wider den undeutschen Geist“, mit der kurz nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten, im März 1933, die systematische Verfolgung jüdischer, marxistischer, pazifistischer und anderer oppositioneller oder politisch unliebsamer Schriftsteller begann.

Verschiedene Schülervorträge gestalteten den Rahmen zu einer anschließenden Diskussion.

An dieses Geschehen wollen die Schülerinnen und Schüler der Eingangsklassen des Pädagogiums erinnern. Am Freitag 10. Mai 2019 werden Sie gemeinsam mit ihren Deutschlehrern Herr Bogner, Herr Köhler und Herr Rupp die historischen Ereignisse ins Bewusstsein rufen, bevor einige Schüler in Präsentationen manche der damals verfolgten Schriftsteller vorstellen und damit zeigen, dass die Verbrennung der Werke nicht zum Vergessen geführt hat und niemals führen darf: Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Sigmund Freud und andere.

Zum Abschluss wird es ein gemeinsames Gespräch geben, in dem an heutige Fragen angeknüpft wird: Wie weit gehen Meinungs- und Pressefreiheit in einem modernen demokratischen Staat? Gibt es Bücher, die man verbieten soll oder muss? Wo sehen wir heute bei uns und in anderen Staaten diese Freiheiten beschränkt oder gefährdet?

Joachim Köhler