Allgemein Gymnasium Presse

Mittendrin statt nur dabei – „Der goldne Topf“ nach E.T.A Hoffmann im Theater Baden-Baden

91 Views

Am 20. November 2018 besuchten wir, die Klasse Gym_J2a des Pädagogiums Baden-Baden, mit unserem Deutsch- und Klassenlehrer Herrn Köhler das Stadttheater Baden-Baden. Jetzt denken Sie sich wahrscheinlich, eine Schulklasse im Theater ist ja nun wirklich nichts Neues, jedoch war es dafür das Theaterstück. Bis zu diesem Tag kannten wir nur das klassische Theater, in dem man einen Sitzplatz hat und den Schauspielern bloß zuschauen muss. Die Inszenierung von Nicola May hat uns aber in das Theaterstück eintauchen lassen und uns eine ganz neue Erfahrung geschenkt.

Als wir ankamen und vor verschlossenen Türen des Saales standen, bemerkten wir erst, dass das Stück bereits in unseren eigenen Reihen angefangen hatte, als aus dem Nichts Äpfel auf unseren Köpfen landeten. Eine alte Dame, die sich als das Äpfelweib (gespielt von

Catharina Kottmeier) herausstellte, bot uns Apfelstücke an und begleitete uns in den Theatersaal. Dort nahm uns Anselmus (gespielt von Patrick Schadenberg) in Empfang. Nun standen wir in einem Halbkreis um Anselmus versammelt und es stellte sich die Frage, „wo hin mit uns?“. Der Schauspieler ließ sich nicht von uns stören und das Theaterstück wurde, wortwörtlich, vor unseren Nasen weitergespielt. Wir durften sogar die Erfahrung machen, mit den Schauspielern im Wohnzimmer des Konrektor Paulmann (gespielt von Michael Laricchia) an einem Tisch zu sitzen, während sie unbekümmert weiterspielten. Während des Stücks wechselten die Schauspieler mitunter zwischen mehreren Rollen. Zum Beispiel verkörperte Maria Thomas einerseits Veronika Paulmann, anderseits Serpentina. Mittendrin kam „Veronika“, die ein Teil des Theaterstücks war, zu ein paar von uns und brachte uns in einen zweiten Raum. Dort wurden uns Virtual-Reality-Brillen aufgesetzt und wir durften die fantastische Welt „Atlantis“ dreidimensional erforschen.


Das integrierte Technik  machte die Erfahrung noch aufregender und neuartiger. 
Virtual-Reality-Brillen wurden im Stück hauptsächlich zur Veranschaulichung der fantastischen Welt benutzt und die Kamera über dem Wohnzimmertisch projizierte, damit alle Zuschauer etwas sehen konnten, das Bild live an eine Wand des Saals.

Am Ende des Theaterstücks waren wir zugleich sprachlos und voller Fragen an die Schauspieler. Wir erkundigten uns im Nachgespräch nach der Verwendung von Computern im Theater, dem ständigen Wechseln zwischen zwei Rollen und vielem mehr.

Es stellte sich heraus, dass das Theaterstück nicht nur für uns, sondern auch für die

Schauspieler jedes Mal eine neue Herausforderung darstellt. Sie sagten, wir seien ein sehr offenes Publikum gewesen (da wir keine Scheu hatten, uns zu ihnen an den Tisch zu setzen), und dass jeder Zuschauer anders reagiert.

Schlussendlich kann man sagen, dass wir alle etwas Anderes erwartet hatten, als der Theaterbesuch geplant wurde. Von der Aussicht, im Stück zu stehen, sitzen und liegen, waren wir auch nicht wirklich begeistert. Aber es stellte sich heraus, dass ein interaktives Theaterstück uns allen eine unvergessliche Erfahrung ermöglichte, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Rosa Sodeik, Gym_J2a