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Wettlauf zum Südpol

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Der Jugendbuchautor Andreas Venzke besucht das Pädagogium und liest aus seinem Roman „Scott, Amundsen und der Preis des Ruhms“

Zum Lesen verlocken ist das Hauptanliegen des Frederick Tags – des landesweiten Literatur-Lese-Fests. In diesem Rahmen lädt das Pädagogium seit vielen Jahren einen Jugendbuchautoren oder eine Autorin ein, um für die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen auf besondere Weise literarische Texte zum Leben zu erwecken. Am 14. Oktober war nun bereits zum zweiten Mal der Schriftsteller Andreas Venzke bei uns zu Gast.

Der stellvertretende Schulleiter Matthias Fischer führte in die Veranstaltung ein, indem er einige Bemerkungen zum Autor und zu dessen Thema machte. Anhand historischer Fotografien und Karten bereitete er die Kinder auf die spannende Erzählung vor. Venzke selbst, Autor von inzwischen über 30 Büchern – nicht nur für Kinder und Jugendliche, führte die Schülerinnen und Schüler durch einige Hinweise und Fragen direkt in das Geschehen um den eisigen Wettlauf zum Südpol hinein.

Das Jugendbuch schildert die Ereignisse aus beiden Lagern, Scotts und Amundsens, und Venzke machte sehr klar, dass die beiden „Helden“ dieser Geschichte unterschiedlicher nicht hätten sein können. Dann ging es los: In zwei längeren Abschnitten führte der Autor die Geschichte durch gefühlvolles und manchmal dramatisches Vorlesen den ZuhörerInnen vor das innere Auge. Zunächst die scheinbar weniger organisierte, aber letztendlich gut durchdachte Aktion der Norweger, anschließend die äußerst gut ausgestattete und akribisch geplante Expedition der Engländer, die aber wegen grundsätzlicher Fehler von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

Danach konnten die Sechstklässler noch Fragen an den Autoren stellen, die der gerne und ausführlich beantwortete: „Was ist Ihre Motivation beim Schreiben?“, „Wie kamen Sie zu diesem Thema?“, „Haben Sie manchmal eine Schreibblockade?“ und viele andere. Venzke erzählte auch, wie er als Kind schon selbst über Scott und Amundsen gelesen hatte, aber dass er befürchte, Kinder würden vielleicht in Zukunft nur noch selten oder gar nicht zu Büchern greifen. Dass er trotz dieser Bedenken auch weiter auf junge Leserinnen und Leser hoffen darf, zeigte die große Gruppe, die sich anschließend um seinen Tisch versammelte, um seine Bücher zu kaufen und signieren zu lassen.

Möglich wurde dieser rundum gelungene Nachmittag durch die freundliche Förderung sowohl durch den Friedrich-Bödecker-Kreis als auch durch die VEFA (Vereinigung der Eltern, Freunde und Altschüler des Pädagogiums). Auf diese Weise konnten unsere sechsten Klassen einen „echten“ Schriftsteller ganz kostenlos erleben – und waren begeistert!

Joachim Köhler